SHIFT Podcast Folge #1: Die Changel-Formel für Deine Transformation

Die allererste Folge des Podcasts dreht sich natürlich um das Thema Veränderung und wie wir in die Veränderung kommen. Ich stelle Dir in dieser Folge die Change-Formel vor, die Dir dabei hilft, in die Veränderung zu kommen. Die Formel hilft Dir sowohl bei beruflichen als auch bei persönlichen Veränderungen. Das geht ja auch oft miteinander einher.

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Shownotes zur 1. Folge

Buch “Trotzdem Ja zum Leben sagen” von Victor Frankl https://amzn.to/2HdkcNQ

Buch “Die 7 Wege zur Effektivität” von Stephen R. Covey, https://amzn.to/2HwNiIi

Buch “NEIN” von Anja Förster & Peter Kreuz, https://amzn.to/2AVr50J

Buch “Illuminate” von Nancy Duarte, Patti Sanchez https://amzn.to/2HnsB1d

Buch “Tell Me!” von Thomas Pyczak, https://amzn.to/2RDZpHT

Ich will zu Beginn unbedingt noch ein paar Worte zum Thema Veränderung verlieren und warum sie so wichtig ist. Egal, wo Du gerade stehst oder wie gut oder schlecht sich Deine individuelle Situation anfühlt, Du hast immer die Wahl. Während der Vorbereitung dieser 1. Folge habe ich mich intensiv noch mal mit dem Thema Veränderung beschäfigt. Eine Sichtweise bzw. Konzept, welcher mir mehrmals ind er Vorbereitung begegnet ist, ist das von Victor Frankl. Viktor Frankl ist überlebender des Holocaust, Psychiater und Erfinder der Existenzanalyse, einer Therapieform ähnlich wie die Verhaltenstherapie. Und er hat gesagt:

„Zwischen Stimulus, Reiz, und Reaktion gibt es einen Raum. In diesem Raum ist unsere Macht, unsere Reaktion zu wählen. In unserer Reaktion liegt unser Wachstum und unsere Freiheit“.

Victor Frankl

Victor Frankl hat sich nach dem KZ dem Willen zum Sinn verschrieben. Unsinn hat für ihn aber auch Sinn, nämlich das Leben aufzulockern. Psychohygiene zu betreiben sozusagen.

Persönliche und/oder berufliche Veränderungen sind essentiell, um einerseits um innovativ und andererseits offen für neue Erfahrungen zu bleiben.

Die gute Nachricht: Wir können uns verändern – bis ins hohe Alter

Vielleicht kannst Du diesen Spruch oder hast ihn sogar schon einmal verwendet. “Lass ihn doch, den kannst Du sowieso nicht mehr ändern”. Lange Zeit dachte man, ab einem gewissen Alter würden sich Menschen nicht mehr ändern. Die Persönlichkeitspsychologie ging davon aus, dass der Charakter bis zum 30. Lebensjahr vollständig ausgebildet sei. Inzwischen hat man jedoch durch Längsschnittstudien herausgefunden, dass sich Menschen in ihren Big Five – das sind Umgänglichkeit, Zuverlässigkeit, emotionale Stabilität, Extraversion und Offenheit für Erfahrungen – verändern können. Die Betonung liegt aber auf “Können”.

Die gute Nachricht ist, dass die Herausforderungen des Lebens in einer Gemeinschaft uns automatisch verändern. Wenn wir zum Beispiel in die Arbeitswelt eintreten, eine Wohnung mieten, eine Familie gründen, ein Haus bauen, werden wir ganz automatisch zuverlässiger und beständiger. Immer dann also, wenn Regeln des Zusammenlebens gelten. In Studien auf der ganzen Welt, quer durch die Bevölkerungsschichten und Kulturen wachsen drei der Big Five, nämlich Zuverlässigkeit, Umgänglichkeit und emotionale Stabilität über die Zeit wie von selbst (eine anthropolische Grundkonstante). Aber zurück zur Veränderung. Ein nachteiliger Effekt dieser automatischen Persönlichkeitsentwicklung ist (die sich jetzt ein wenig nach purer Vernunft anhört) ist, dass die Offenheit für Veränderungen ab etwa dem 40. Lebensjahr abnimmt. Allerdings ist das nicht unabwendbar.

Um offen für neue Erfahrungen zu bleiben, müssen sich Menschen ihre Veränderungen selbst zu schreiben. “Be the change you want to see in the world” wurde so oft im Internet abgefeiert, weil er genau das beschreibt. Man nennt das internale Kontrollüberzeugung. Es ist enorm wichtig, dass wir uns den Veränderungen nicht ausgeliefert fühlen, sondern aus selbst als Gestalter oder Gestalterinnen wahrnehmen. Und Das setzt natürlich auch voraus, dass Du das notwendige Know-how und Kompetenzen dafür mitbringst oder Dir ein Netzwerk für die Umsetzung aufbaust. Hier kommt nun die Change-Formel ins Spiel.

Die Wellen der Veränderungen

Betrachte einmal das Leben wie das offene Meer mit seinen vielen Millionen von Wellen, die sich ständig brechen, wieder neu formieren und irgendwann an Land gespült werden. Diese Wellenbewegungen sind das Sinnbild für das Leben mit seinen vielen Veränderungsprozessen. Jede neue Welle markiert eine Transformation. Es gibt natürlich große und kleine Wellen, so wie es im Leben sehr große Wendepunkte aber auch die täglichen kleinen Learnings gibt. Die Kunst ist, im Leben immer wieder auf eine neue Welle zu springen, nachdem die alte Welle ihren Höhepunkt erreicht hat und gerade dabei ist, zu brechen. Diese Struktur von Veränderungsprozessen haben Nancy Duarte und Patti Sanchez in ihrem Buch “Illuminate” beschrieben.

Nehmen wir einmal an, Du beginnst damit, einen neuen Weg einzuschlagen, Deinen Job von Vollzeit auf Halbzeit zu kürzen, damit Du mehr Zeit für Dein Herzensprojekt hast. Wenn Du selbständig bist oder eine Firma hast, dann könnte am Anfang auch ein neues Projekt, Paradigma oder Produkt stehen. Durch den neuen Fokus oder die Umsetzung erlangst neue Erkenntnisse, die Dein Leben oder Deine Firma besser machen. Du erreichst also eine Phase der Beständigkeit, dann bist Du sozusagen auf dem höchsten Punkt der Welle. Wenn Du jetzt aber auf diesem Höhepunkt verweilst, verschwindet der Nutzen Deiner Transformation oder Innovation. Wellen bleiben nie auf ihrem Höhepunkt stehen, sie brechen und genau deshalb brauchst Du dann wieder einen neuen Traum oder eine neue Vision, wenn die Welle am Abklingen. Dann musst Du Dich selbst oder Dein Unternehmen neu erfinden. Nur so kannst Du wachsen oder Deine Selbstständigkeit weiter gedeihen. Du darfst die Welle also nur so lange surfen, wie sie sich im Wachstum und auf dem Höhepunkt befindet.

“Wer rechtzeitig das Neue träumt, springt, kämpft, klettert und ankommt, der bleibt auf der Welle anstatt unterzugehen.”


“Tell Me! Wie Sie mit Storytelling überzeugen” von Thomas Pyczak, S. 256

Die Change-Formel für Veränderungen

Die Change-Formel oder auch Veränderungsformel genannt, lautet so:

  1. Leidensdruck oder Unzufriedenheit mit dem Status Quo
  2. Vision
  3. Erste 1 bis 2 Schritte auf dem Weg zur Realisierung der Vision.

Die Change-Formel stammt nicht von mir, sondern ich habe sie erstmalig von meiner Freundin Jeanne gehört, die diese Formel häufig anwendet, um Menschen in das politische oder soziale Engagement zu bringen. Früher bei change.org, heute bei GoFundMe. Jeanne wird übrigens der Gast in meiner 2. Podcast-Folge sein und viel über das Thema Engagement reden und warum es so wichtig ist, dass wir unsere Stimmen erheben.

Die Formel hat sie jedoch nicht selbst erfunden, sondern sie Beckhard und Harris 1987 erstmals formuliert. Ihrer Veränderungsformel fügten sie noch den Punkt Widerstand hinzu. Wenn die Summe aus Unzufriedenheit x Vision x Schritte größer als der Widerstand ist, dann kommt es zu einer Veränderung.

Unzufriedenheit x Vision x Schritte > Widerstand

Wenn Du also Leidensdruck verspürst, unzufrieden mit bestimmten Verhaltensweisen von Dir selbst oder Deiner Gemeinschaft bist, wenn Du Deinen Job nicht mehr magst, dann ist das per se erst einmal gut. Wir leben ja in einer Welt der Good Vibes Only, wo niemand von seinem Leidensdruck, seinen Problemen oder Herausforderungen spricht und der Instagram Feed die geschönte Wirklichkeit zeigt. Aber eines ist klar: Um wirklich in die Veränderungen zu kommen, braucht es einen hohen Leidensdruck und Unzufriedenheit. Natürlich darf Dich dieser Leidensdruck lähmen, sondern Du solltest Dich einmal hinsetzen und reflektieren, was genau Dich stört und eine Vision für die Veränderung formulieren. An dieser Stelle möchte ich auch gerne die Nörglerinnen und Nörgler einladen, das zu tun. Ganz oft sitzt man zusammen und beklagt den Klimawandel oder beklagt die Fremdenfeindlichkeit, anstatt zu überlegen, was man dagegen tun könnte. Melancholie ist schön, aber sie bringt uns nicht weiter. Schwarzmalerei schon gar nicht.

Wenn Du Deine Vision formulierst, dann denke hier gerne auch groß. Nicht vielleicht gleich die Weltherrschaft, aber dennoch visionär, dass es vielleicht einer kleinen Utopie gleichkommt. Die Vision steht immer an erster Stelle, nicht die Praxis oder die Strategie. Vision – Mission – Strategie nennen es die großen Beratungsfirmen ja nicht umsonst. Eine Vision könnte doch lauten, dass Du Deinen Kiez plastikfrei machen möchtest. Das klingt ziemlich ambitioniert, aber wenn Du Dir es vorstellen kannst, dann ist es eine Vision.

Schritte Podcast: Was habe ich also gemacht, um diesen Podcast auf die Straße zu bringen? Ich habe mir eine thematische Klammer für diesen Podcast überlegt. The Shift – Podcast für Transformation in Zeiten des Wandels lautet sie. Ich habe recherchiert, welche Podcasts bereits in eine ähnliche Kerbe hauen und geprüft, ob für meine Nische noch genügend Platz ist und dann habe ich Interviewpartner*innen angefragt. Natürlich hatte ich Schiss, ob da überhaupt jemand mitmachen will. Ich war total unsicher, habe aber gleichzeit erst mal schön Technik bestellt. Total absurd eigentlich.

Falls Du jetzt überlegst, was Du machen kannst und wie Deine ersten ein bis zwei Schritte aussehen müssen, dann möchte ich Dir noch ganz klar sagen, dass es natürlich nicht ein Podcast sein muss. Veränderungen können sich im Außen ganz unterschiedlich zeigen. Für den einen ist es das lokale Engagement im Kiez, für die andere ist es eine Online-Petition oder was auch immer. Ich habe festgestellt, dass ich durch den Podcast sooo viel Neues dazugelernt habe, noch wissbegieriger bin als vorher, ständig neue spannende Themen und Bücher entdecke, Menschen kennenlerne, die mich inspirieren und von denen ich lernen kann. Der Podcast bereichert mein Leben und ich wachse daran, aber es hätte auch ein anderes Medium sein können.

Wenn Dir ersten Schritte zu groß erscheinen, dann kann die erste Sache sein, die Du machst, Dich offline mit anderen zu vernetzen, Kooperationspartner*innen zu suchen oder erst einmal zu lesen. Wenn Du mehr weißt, dann wird es Dir auch leichter fallen, Deine Stimme zu erheben. Und an dieser Stelle möchte ich schon einmal vorwegnehmen, worüber Jeanne und ich in der zweiten Folge reden werden. Wenn Du das Gefühl von Ungerechtigkeit oder Unstimmigkeiten hast, Dir Sachen auffallen, dann solltest Du Deine Stimme erheben. Sowohl im Berufsleben als auch im Freundeskreis oder in der Familie. “Freundschaften halten das”, findet Jeanne.

Die Change-Formel funktioniert nur dann, wenn alle Faktoren der Change-Formel (also Leidensdruck, Vision, Schritte) ausreichend vorhanden sind und eben den Widerstand übersteigen.

Ich möchte Dich noch einmal ermutigen: Unsere Psyche ist bis ins hohe Alter zu enormen kognitiven Veränderungsprozessen fähig. Es ist unser stärkstes Tool, um uns an neue Gegebenheiten und die Veränderungen auf dem Planeten anzupassen und das sollten wir nutzen.

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