SHIFT Podcast Folge 5: Start with Purpose! Wie Du mit Deinem Business Sinn stiftest

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Schön, dass Du wieder dabei bist hier beim SHIFT Podcast für Deine Transformation. Nach den vielen Interiews ist es einmal wieder Zeit für eine Solofolge mit mir. Du hast jetzt schon einiges gehört über sinnstiftendes und selbstwirksames Arbeiten. Deshalb möchte ich in dieser Folge mit Dir über Purpose sprechen und wie Du ihn für Dich und Dein Business definieren kannst.

Vielleicht bist Du jetzt an dem Punkt, wo Du überlegst, worin der tiefere Sinn Deines Jobs oder Deines Unternehmens liegt und was Du damit bewirken möchtest. Wie kannst Du mit Deinem Unternehmen, Deinem Angebot oder Deiner Dienstleistung zu einer lebenswerten Welt beitragen?

Foto: Christian Salić https://www.salic.at/

Purpose: Die Suche nach dem Sinn und Zweck

Was heißt Purpose eigentlich? Purpose, aus dem Englischen mit “Sinn” und “Zweck” übersetzt, ist besonders beliebt bei Holocracy-Anwender*innen. Sie sind überzeugt, dass jedes Unternehmen genauso wie jeder Mensch einen Daseinsgrund, eine Existenzgrundlage und demnach einen tieferen Sinn und Zweck im Leben hat. Von Holocracy hast Du ja bereits in der 3. Folge mit Jörn Hendrik Ast gehört. Ich hatte auch noch einmal die Möglichkeit mit Simon Berkler, dem Gründer von TheDive zu sprechen und auch er ist überzeugt, dass die Frage nach dem Sinn eines Unternehmens ganz am Anfang gestellt werden muss.

Stell Dir die Frage nach dem Purpose zu Beginn

Wenn Du also gerade gründest, dann ist diese Folge ganz wertvoll für Dich. Denn wenn Du mit Sinn arbeitet und wirtschaftest, ist es natürlich viel leichter haben die richtigen Kund*innen, Mitarbeiter*innen und Kooperationspartner zu finden. Aber auch wenn Du schon lange selbständig bist oder eine Firma hast, ist es wichtig den Sinn und Zweck Deines Unternehmens zu hinterfragen und neu zu definieren, um Menschen an Dein Unternehmen zu binden.

Purpose – das neue Mindset?

Purpose ist gerade ein Buzzword. Gerade in Social Media entdecke ich immer wieder Motivationscoaches, die sogenannte “Purpose Journeys” anbieten. Diese Reisen in die innere Vielfalt gekoppelt mit einer tieferen Sinnsuche sind per se nicht schlecht und Du kannst für Dich persönlich sicher sehr viel für Dich mitnehmen. Persönlich ist die Suche nach dem Sinn natürlich auch wichtig und führt zu mehr Zufriedenheit und Glück. Frage Dich gleich einmal, wann Du das letzte Mal etwas wirklich Sinnstiftendes getan hast. Und was war eigentlich das Sinnlosteste, was Du jemals gemacht hast? Die Frage nach dem Purpose muss natürlich im Innen beginnen, denn es ist ja nichts was von einem von Außen herangetragen wird. Mir ist es aber auch immer wichtig den Schulturschluss mit dem Business zu suchen. Deshalb wird es in dieser Folge sowohl diese Innensicht aber auch die Transformation ins Außen und ins Business geben. Ich will Dir zeigen, wie Du Deinen Purpose herausfinden, definieren und strategisch umsetzen kannst.

Purpose & Geld verdienen: Verträgt sich das?

Warum ist die Frage nach dem Sinn eines Unternehmens oder einer Firma so wichtig? Ist es nicht am wichtigsten, dass ein Unternehmen Geld verdient? Sicher, aber erstens stehen Sinnstiftung und Unternehmertum nicht im Widerspruch zueinander. Frage Dich einmal selbst, ob Du mit jemanden zuarbeiten oder dessen Produkt kaufen möchtest, nur weil jemand damit Geld verdienen will. Stell Dir einmal vor, Du müsstest jemandem Dein Produkt verkaufen, vielleicht sogar ein wahnsinnig gutes Produkt, das viel besser als der Wettbewerb ist und Dein Kunde fragt Dich am Ende des Verkaufsgesprächs: Warum sollte ich das Produkt nun wirklich kaufen? Dann müsstest Du ehricherweise antworten: Weil ich damit Geld verdienen muss. Du merkst schon, worauf ich hinaus will. Wir kaufen Produkte oder Diensleistungen lieber, wenn sie aus einem tieferen Sinn oder größeren Antrieb heraus entstanden sind.

Immer mehr Unternehmen müssen sich über den Sinn ihres Unternehmens Gedanken machen. Nicht nur, weil Mitarbeiter*innen lieber in sinnstiftenden Organisationen arbeiten, sondern auch weil die Kund*innen lieber eine tieferen Sinn mit dem Produkt oder der Dienstleistung, die sie kaufen, verknüpfen wollen. Unternehmen wie Siemens, Bosch, Audi, Daimler, Continental, Telekom und die Deutsche Bank experimentieren daher bereits mit Purpose-Methoden wie WOL – Working out loud und gelangen so zu Einsichten aus der Mitarbeiterperspektive über den Sinn ihrer Unternehmung.

Frage nicht nach dem Warum, sondern Wofür?

Die Frage nach dem Purpose beginnt natürlich mit der Frage nach dem Warum: “Warum existiert Dein Unternehmen?” bzw. “Warum tust Du, was Du tust?” Simon Sinek hat hier 2009 mit seinem “Start with Why” bereits grandiose Vorarbeit geleistet. Er hatte festgestellt, dass Führungspersönlichkeiten wie Martin Luther King oder Apple-Gründer Steve Jobs in ihren Reden ausschließlich über das Warum sprechen und nicht so sehr über das Wie (Führungsstil) oder das Was (Produkte). Die Purpose-Frage muss aber noch einen Schritt weitergehen. In der Praxis verleitet die Frage Warum tust Du, was Du tust auch häufig zu “Na, weil ich Geld verdienen muss”. Daher ist mein erster Tipp: Frage nicht nach dem Warum, sondern Wofür Dein Unternehmen steht. Oder noch viel drastischer: “Welchen Beitrag leistet mein Unternehmen zu einer besseren Welt?”

Besuche Deine Beerdigung

Wenn Du Dir darüber klar werden möchtest, was wirklich wichtig für Dich ist, hilft es zu Lebzeiten einmal über den Tod nachzudenken. Wir denken ungern an den Tod und keine Sorge, es geht hier jetzt nicht um die Wahl Deiner Urne oder Deines Sarges. Der Besuch der eigenen Beerdigung ist ein sehr effektives Tool, um herauszufinden, worauf es langfristig wirklich ankommen und was von Dir in Erinnerung bleiben soll, wenn Du einmal nicht mehr da bist. Davon ist auch Stephen Covey überzeugt, der diese Experiment in seinem Besteller “Die 7 Wege der Effektivität” (1989) vorschlägt.

Stelle Dir einmal folgendes vor: Du bist auf Deiner Beerdigung. In der Kapelle sitzen zahlreiche Menschen. Alle sind gekommen, um gemeinsam zu trauern und Dir ihre letzten Worte und Wünsche zu übermitteln. Stell Dir vor, wie Du im Sarg liegst oder Deine Urne aufstellt ist. Du gehst nach vorne und schaust in den Sarg. Dann setzt Du Dich auf eine schwere Holzbank. Vier Angehörige gehen nach vorne, um über Dich zu sprechen. Der erste Redner ist aus Deinem engsten Familienkreis, der zweite ein guter Freund oder eine gute Freundin, der dritte ein Arbeitskollege oder Geschäftspartner*in, zu dem Du engsten Kontakt hattest. Zuletzte spricht noch eine Person aus einer Community oder einem Verein, dem Du angehört hast.

Was sagen die Trauernden über Dich und Dein Leben? Wie sollen sie Dich in Erinnerung behalten? Wer möchtest Du gewesen sein und für was möchtest Du gestanden haben? Schreibe es auf.

Aus dem Purpose heraus handeln

Die Frage nach dem Sinn und Zweck des großen Ganzen im Leben als auch im Wirtschaften wird umso lauter, desto mehr unser Ökosystem ins Wanken gerät. Und das spüren wir gerade alle. Anne sprach im letzten Interview davon, ihr Lalaland sei am 13.11. abgebrannt, als das Thermometer 26 Grad anzeigte und die Prognose für die nächsten 3 Tage 23 Grad waren. Wir brauchen dringend einen Wandel, am liebsten übergreifend und vorgegeben mit Plastikverboten & Co., damit sich auch jeder daran hält. In den Momenten, wo der Klimawandel spürbar wird, wünscht man sich nichts sehnlicher als das Eingreifen von Politik und das Festsetzen neuer Rahmenbedingungen. Aber bis das passiert, ist es ein langer Weg und vielleicht auch schon zu spät. Wenn Du den Wandel also wirklich willst, ist es zwingend notwending, auch in den in den Spiegel Deines eigenen (Fehl-)verhaltens (Stichwort Plastik), Deiner Haltung und Deines Bewusstseins zu schauen. Ich bin überzeugt, dass gerade die Frage nach dem Purpose es vermag, mehr Balance und Menschlichkeit zurück in die Wirtschaft zu bringen und gleichzeitig die Menschen zufriedener und glücklicher zu machen.

Purpose ist kein Marketing-Blabla

Purpose sollte nicht als Kosmetik verwendet werden. Bei Labels wie “Bio” oder “Sustainability” hat man es ja gesehen. Sie werden so lange von Beratern und Agenturen durchs Dorf getrieben, bis sie irgendwann verwässern und alles alles ist und damit für den Endkunden gar nicht mehr differenzierbar, wer wirklich noch Gutes tut und wer nicht. Damit mit Purpose nicht so etwas passiert wie “Greenwashing”, muss die Frage nach dem Purpose wirklich Tiefgang haben. Es reicht nicht, ein Wochenendseminar zum Thema Purpose zu besuchen und anschließend mit den neuen Erkenntnissen alle Mitarbeiter*innen, Kund*innen, Kooperationspartner*innen zu impfen. Du musst natürlich Dir selbst anfangen, aber dann eben auch alle auf diese Reise mitnehmen und Dich immer wieder hinterfragen. Alles andere ist Augenwischerei und das wäre schade, denn die Welt hat es dringend nötig, dass die Frage nach dem Sinn gestellt wird.

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