Shopping in der Virtual Reality

Wie VR-Brillen unser Einkaufsverhalten verändern

Oculus Rift, Samsung Gear, Google Cardboard — 3-D Brillen, die aktuell die Welt bedeuten, waren schon in den 80er Jahren ein Megatrend. Während 1985 der erste Teil von “Zurück in die Zukunft” über die Bildschirme lief, entwickelte die NASA eine 3-D Brille namens “VIVED”, um die Welt so realistisch wie möglich in 3-D erlebbar zu machen. 1995 stellte Ninento seinen “Virtual Boy” vor, eine Spielkonsole mit VR-Helm und Gamepad.

Dennoch hat es lange gedauert, bis aus der Vision wirklich Realität wurde. Für die VR-NERDS reichen die Anfänge von VR bis ins Jahr 1932 zurück. Etwa 80 Jahre später kauft Facebook den 3-D Brillen Hersteller Oculus VR für etwa 2 Mrd. USD, denn das Facebook wettet, dass “immersive Virtual und Augmented Reality zu etwas Alltäglichem werden”. Große Unternehmen investieren jetzt reichlich Geld, um beim erwarteten Durchbruch von VR ganz vorn mitzuspielen. Warum soll gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für VR sein?

Konvergenz von Technologie

Es hat sich einiges getan seit “Zurück in die Zukunft”, vor allem in Sachen Technologie. Das Smartphone ist heute das Schweizer Taschenmesser für alle Lebenslagen: Messaging, Telefonieren, E-Mails, Gaming, Online Check-in, Banking. Apples Video-Telefonie “Facetime” nutzen inzwischen viele Familien ganz selbstverständlich für ihre sonntäglichen Konferenzen — sozusagen Kaffee und Kuchen übers Smartphone. So wundert es nicht, dass sich Menschen völlig hilflos, nackt und aufgeschmissen fühlen, wenn sie einmal ihr Smartphone vergessen haben.

Reality Check: VR kann jeder — dank Smartphone

Mit der rasanten Verbreitung von Smartphones ist auch die Akzeptanz für Technologie, Tools und Apps gestiegen. Diese Akzeptanz ist wichtig, damit sich Trends wie Virtual Reality durchsetzen und nicht als Nischenthema scheitern. Der Virtual Boy von Nintendo ist in den 90er Jahren gescheitert, weil Eltern Sorge hatten, er könne die Sehstärke ihrer Kinder beeinträchtigen. Heute gehen wir mit dem Smartphone ins Bett und nehmen es am Morgen als erstes in die Hand. 81 Minuten verbringen wir im Durchschnitt täglich mit dem Smartphone. Der permanente Kontakt mit unserem Handy ist selbstverständlich geworden. Wenn es vor einigen Jahren noch völlig verpönt war, mit Handy aufs Klo zu gehen, wissen wir heute, dass gerade am stillen Örtchen E-Mails geschrieben und Facebook-Profile gecheckt werden. Insofern sind Google Cardboards eine tolle Erfindung für all diejenigen, die VR direkt mit dem Smartphone nutzen wollen.

VR Shopping: Die (R)evolution des Einkaufens?

Couchshopping mit dem Smartphone oder Laptop könnte schon bald durch Virtual Reality revolutioniert werden. Denn VR Brillen haben zwei Vorteile: Sie lassen den Zuschauer komplett in das Geschehen eintauchen (Immersion) und können eine starke Emotionalität zwischen ihm und dem Geschehen und/oder Personen herstellen. Im ersten VR Kino Deutschlands beispielsweise, sitzen die Brillen-Schauer auf Drehstühlen, denn das Zuschauen mit VR Brille ist so immersiv, dass sie sich permanent hin- und herbewegen und wild gestikulieren.

VR Shopping Experience

Gegenüber den bisherigen 2-dimensionalen Online Shops hat Virtual Reality Shopping immense Vorteile. Kunden können Gegenstände viel genauer und detaillierter ansehen. Kunden könnten einen Avater von sich selbst mit allen Maßen erstellen, um so das Kleid “virtuell anzuprobieren”. Der Reiseveranstalter Thomas Cook UK hat sich die Vorteile von Virtual Reality zunutze gemacht und in Zusammenarbeit mit Samsumg Gear die Virtual Holiday Experience “Try before you fly” gestartet. Thomas Cook ließ Urlaubsinteressierte über die Samsung Gear VR Brille außergewöhnliche 360° Videos von ihren Wunschdestinationen ansehen, wie z.B. ein Helikopter-Flug über Manhatten oder ein Unterwasservideo beim Schnorcheln in der Bucht von Sharm-el-Sheikh. Audi setzt Oculus Rift zu Testfahrten mit dem Designer ein oder bei der Auto-Konfiguration. Somit kann der Kunde live alle Features erleben und wahrnehmen.

VR Shopping: What’s next?

Thomas Cook und Audi sind aber dennoch maximal „Annäherungsversuche“ an das Potenzial von VR Shopping. Die Beispiele zeigen deutlich, dass VR Shopping noch in den Kinderschuhen steckt. Für die Zukunft ist es denkbar, dass ganze Shopping Malls in 3-D eingescannt werden, um darin shoppen zu gehen. Das wäre ebenso für Popup Stores möglich, die somit ihre zeitliche Begrenzung in den virtuellen Raum ausdehnen könnten. Denkbar sind auch Produktdemos mit Verkäufern und Influencern wie JLo oder YouTube Stars. Kunden betreten mit ihrer VR Brille einen Shop, wo sie von einem Star beraten werden — sozusagen Curated Shopping in 3-D.

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